Elisabethkirche

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Inmitten des freien Louisenplatzes steht die evangelische Elisabethkirche. Wie auch die Ortsgründung selbst konnte die Kirche nur mit Hilfe des preußischen Königshauses realisiert werden. Der Kirchenbau sollte 8 000 Taler kosten. Da die 1853 gegründete evangelische Kirchengemeinde über diese Mittel nicht verfügte, wurde der preußische König Friedrich Wilhelm IV. um die Erlaubnis gebeten, eine Kollekte zur Beschaffung der Geldmittel abhalten zu dürfen. In dieses Vorhaben schaltete sich die Königin Elisabeth von Preußen, Ehefrau des preußischen Königs, ein, und stellte die zum Kirchenbau benötigten Mittel über den sogenannten Kettenbund, eine Vereinigung adliger Damen mit dem Ziel, notleidende evangelische Kirchengemeinden zu unterstützen und deren Schutzherrin sie war, zur Verfügung. Es kam so der stattliche Betrag von 10 600 Taler zusammen. Die Finanzierung war gesichert und die Kirche konnte in den Jahren 1860/1861 im neugotischen Baustil als Saalkirche mit einem 32 Meter hohen Kirchturm und zwei Bronzeglocken erbaut werden. Als Dank für diese mildtätige Unterstützung und zu Ehren der Wohltäterin und mit deren Einwilligung wurde die Kirche mit dem Namen „Elisabethkirche“ am 13. November 1861, es war der Tag des 60. Geburtstags der Königin Elisabeth, ihrer sakralen Bestimmung übergeben. Der Innenraum der Kirche ist calvinistisch schlicht gehalten. Eine Kanzel, die ummantelt ist von einer Graniteinfassung mit der reliefartigen Darstellung des biblischen Gleichnisses vom verlorenen Sohn, geschaffen von dem Bildhauer Alfred Sabisch aus Kalkar, und ein Altar aus rotem italienischen Marmor, ebenfalls geschaffen von dem vorgenannten Bildhauer, der zunächst als Zelebrationsaltar in der katholischen Kirche Sankt Nicolai in Kalkar stand und der seit 1998 in der Apsis der Elisabethkirche steht, sowie ein von der Künstlerin Lotte Marx-Colsmann aus Xanten geschaffener Wandteppich, der den Sonnengesang von Franz von Assisi wiedergibt, zieren den Innenraum der Kirche. Am 17. Juli 1960, dem 150. Todestag der Königin Luise von Preußen, erhielt die Kirche eine neue Orgel. Auch die Kriegswirren des 2. Weltkrieges sind nicht spurlos an der Kirche vorbeigegangen. Das Kirchenschiff und der Kirchturm einschließlich des Daches waren stark beschädigt. Ein am 28. Dezember 1945 losbrechende Sturm fegte den Turmhelm, der noch fast haltlos den Kirchturm krönte, in die Tiefe und vollendete das zerstörerische Werk des Krieges. Die Kirche wurde nach dem Ende des Krieges instandgesetzt und konnte am 27. September 1953, nachdem das Geläut im Jahr 1952 mit drei Glocken aus Gussstahl ersetzt worden war, wieder ihrer Bestimmung übergeben werden. Seitdem finden regelmäßige Gottesdienste in der Elisabethkirche statt.